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01

Nov

2011

Forbes: Deutschland sollte einen Militärputsch in Griechenland bezahlen

"Anstatt zu versuchen, die griechischen Schulden zu finanzieren wäre es viel klüger für Deutschland, einen Militärputsch zu bezahlen und das Problem auf diese Weise zu lösen." Nein, das kein Beitrag in einem faschistischen Blog ...

Es steht im Forbes-Magazin und reiht sich ein in die internationalen Beiträge, die die griechischen Bürger zunehmend wütend machen. Unter der Militärdiktatur von 1969 bis 1974 litt die griechische Bevölkerung enorm, viele verließen das Land. Diesem "Witz" in Forbes würde es in etwa entsprechen, Deutschland die letzte Diktatur zu empfehlen.

Anders als Deutschland befreiten sich die Griechen selbst von der Diktatur: In zwei Wochen feiert Griechenland den Jahrestag der Aufstandes im Athener Polytechnikum, eine offene Anti-Junta-Aktion, die in den frühen Morgenstunden des 17. November  in Blutvergießen endete. Diese Revolte war der Anfang vom Ende der Junta.

Die Mainstream-Medien in Europa und Amerika benutzen Griechenland immer mehr als einen bequemen Sündenbock, um von den eigenen massiven Problemen abzulenken, die aus dem weltweiten Zusammenbruch der Kredit-Kettenbriefe entstehen. Die Griechen sind ein leichtes Ziel,  "Cash-Junkies", "faul", "nutzlos" und was mehr durch die Medien geistert: "Die meisten Griechen kämpfen um zu überleben. Ja, es gibt Griechen profitieren von hohen Renten und Vorruhestand. Ja, es gibt Beamte mit 4.000 € pro Monat, die nicht zur Arbeit erschienen und ja einige von ihnen sind korrupt. Aber sie sind die Ausnahme, nicht die Regel", fasst "Greece Reporter" die Stimmung im Lande zusammen. Ganz nebenbei: Auch in Deutschland klagt heute ein Ex-Minister darum, 14.550 Euro Rente zu bekommen. Dafür müssen deutsche Arbeitnehmer 530 Jahre arbeiten, hat die Bild ausgerechnet.

"Suizidraten haben sich seit dem vergangenen Jahr verdoppelt. Beschäftigte in der Privatwirtschaft arbeiten endlose Stunden für 400 Euro im Monat. Junge Paare haben keine Kinder, nur weil sie sich nicht leisten können, während Tausende auswandern möchten. Die Mehrheit der Griechen sitzt nicht andauernd am Strand und schlürft Frappe und Ouzo", heißt es weiter.

"Warum jagt Brüssel nicht die Elite des Landes, die Steuerhinterzieher, die korrupten Politiker, Geschäftsleute und die Schiffseigner, die Billionen auf Kosten der gewöhnlichen Griechen machten?", fragt Greece Reporter. "Warum ist es logisch, dass die Rentnern und Arbeitnehmern für etwas zu zahlen, für das sie keine Mitverantwortung tragen, während  diejenigen, die es verursacht haben, noch in Athens exklusivsten Vororten Porsche Cayenne fahren? Es sind die gleichen Leute, die Hunderte von Millionen Euro off-shore und als Bankeinlagen in der Schweiz haben und sich nicht darum scheren, dass ihr Land gerade abbrennt.Wahrscheinlich ziehen sie es vor, Griechenland bankrott gehen zu sehen und zur Drachme zurückzukehren, um dann alles für ein paar Erdnüsse aufzukaufen. Es ist, als ob die EU das einzige Ziel hat, die griechische Mittelschicht in eine neue Unterschicht zu verwandeln".

Gar nicht selten hört im Moment in Griechenland Stimmen, die sich einen Diktator vorstellen könnten - nach dem Motto, "schlimmer kann es nicht mehr werden". Und dem Militär gefällt, abgesehen von der allgemeinen Lage, vor allem der Schlussverkauf der griechischen Sachwerte nicht. Insbesondere zählen dazu auch die griechischen Öl- und Gasvorkommen, die es angeblich erst nicht gab und deren Förderrechte jetzt eher still und heimlich an internationale Konzerne gehen, anstatt sie selbst auszubeuten.

So gesehen wäre Deutschland allerdings, anders als Forbes es sich vorstellt, mit einem Putsch ganz sicher nicht gut bedient, genauso wenig wie der Rest der Geberländer. Und vielleicht muss man Papandreous geplantes Referendum auch schon unter dem Aspekt "potentielle Militärintervention" sehen.

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Kommentare: 2

  • #1

    Heini1946 (Dienstag, 01 November 2011 10:59)

    D sollte vor allen Dingen nicht mehr für die Schulden
    anderer bezahlen. GR sollte die hinterzogene Kohle
    aus der Schweiz, Luxemburg, Monaco, Lichtenstein,
    Kanalinseln zurück holen. Hunderte Mrd. Die EU sollte dabei sein. Embargos, Sanktionen, Handelsbeschränkungen werden diese Steuerfluchtstaaten zur Räsion bringen.

  • #2

    Jason7 (Sonntag, 06 November 2011 18:33)

    Ein klasse Artikel, der die praktizierte Verlogenheit offenlegt.
    Man hole das Geld dort, wo es im Überfluss und ohne Nutzen rumliegt.
    Wie lange lässt sich das Volk diesen dreisten Betrug noch bieten....

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