Mo

10

Okt

2011

Griechenland verstaatlicht erste Bank

Sie ist zwar relativ klein, aber immerhin: Griechenland hat heute die erste Bank quasi verstaatlicht. Die "Proton Bank" war schon im Sommer ins Schleudern geraten, nun soll sie - wie üblich - in einen "guten" und einen "schlechten" Teil aufgespalten werden.

Der "gute" Teil soll unter dem alten Namen weiter bestehen, für die schlechten Werte steht der griechische Staat gerade. Das Geld dafür kommt aus dem FSF, dem "Financial Stability Fund", der bislang für Griechenland mit 10 Milliarden Euro gefüllt ist und noch bis zu 30 Milliarden aufgestockt werden soll, wenn der EFSF (also der erweiterte Stabilitätsfonds) in Kraft ist.

Obwohl die Bank relativ klein ist, reicht die Nachricht, die Bankaktien an der Athener Börse weiter in den Keller zu jagen. Vor allem die Piräus-Bank litt mit minus 20 Prozent. Sie ist mit über 30 Prozent an der Proton-Bank beteiligt. Das Problem: Die Piräus-Bank hat es geschafft, selbst durch den lahmen "Stresstest" zu fallen, dem sich alle europäischen Banken vor einigen Monaten unterziehen mussten (die gerade an diesem Wochenende ebenfalls frisch verstaatlichte belgisch-franzöisische Dexia hatte ihn noch mit Bravour bestanden).

Die Piräus-Bank hat eine Bilanzsumme von rund 80 Milliarden Euro und ohnehin genug Probleme: Bei einem (anstehenden) Schuldenschnitt auf griechische Staatsanleihen von "nur" 50 Prozent läge ihre Kernkapitalquote bereits bei sage und schreibe NULL. Und weltweit verflochten ist die Piräus auch. U.a. mit der ING.

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